Doppelte Buchführung einfach erklärt: warum jeder Vorgang mindestens zwei Seiten hat
Kurz gesagt
In der doppelten Buchführung wird jeder wirtschaftliche Vorgang auf mindestens zwei Konten gebucht, und die Summe im Soll muss gleich der Summe im Haben sein. Ein Einkauf im Supermarkt für 32 Euro, bezahlt mit der Debitkarte, wird so zu zwei Zeilen: dem Aufwand für den Einkauf und dem Girokonto, das sinkt. Der Einkauf bleibt bei 32 Euro, aber jetzt weißt du, wie viel abgegangen ist und wofür. Der Saldo allein sagt dir nur, wie viel.
Diese Seite gehört zu Lektion 1 des kostenlosen Videokurses "Doppelte Buchführung Schritt für Schritt". Die Beträge sind Beispiele aus der Geschichte von Annas Familie, die wir durch den ganzen Kurs begleiten: dieselben wie im Video.
Die Lektion ansehen
Unten findest du die Beispiele in Tabellen, mit ihren Summen, und am Ende das Transkript.
Der Saldo sagt, wie viel, nicht warum
Am 1. März liegen auf Annas Girokonto 5.000 Euro. Am 2. März geht die Lastschrift für Lucas Fitnessstudio ab, 80 Euro, und der Saldo sinkt auf 4.920 Euro.
Der Saldo sagt dir, dass 80 Euro fehlen. Er sagt dir nicht, wofür, und auch nicht, ob das geplant war. Er ist eine einzige Zahl: Er hält die Wirkung fest, nicht die Ursache.
Die doppelte Buchführung gibt es, um genau diese Frage zu beantworten. Jeder Vorgang wird auf mindestens zwei Konten gebucht. Das erste ist das Girokonto, das um 80 Euro sinkt. Das zweite nennt den Grund: ein Konto mit dem Namen Fitnessstudio.
2. März · Lastschrift Fitnessstudio
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Fitnessstudio (Aufwand) | 80,00 € | |
| Girokonto (Vermögenswert) | 80,00 € | |
| Summe | 80,00 € | 80,00 € |
Soll ist die linke Spalte, Haben die rechte. Mehr brauchst du im Moment nicht: Welches Konto in welche Spalte kommt, und warum, ist das Thema von Lektion 2.
Ein Konto ist eine Schublade
Konto heißt hier nicht Bankkonto. Ein Konto ist eine Schublade mit einem Namen, und sie hält genau eine Sache fest. In der Schublade Girokonto liegt das Geld auf der Bank. In der Schublade Fitnessstudio sammelt sich, was das Fitnessstudio kostet.
Was eine Schublade in einem bestimmten Moment enthält, heißt Saldo. Die Zeilen, die zusammen einen Vorgang festhalten, heißen Buchung.
Einfache und doppelte Buchführung
Ein Gedankenspiel. Nehmen wir an, Anna führt ein Haushaltsbuch, wie es viele tun, und schreibt eine Zeile: "2. März, Fitnessstudio, 80". Das ist ein guter Anfang, und er hat einen Namen: einfache Buchführung, eine Zeile pro Vorgang.
Aber diese Zeile erzählt nur die halbe Geschichte. Sie sagt nicht, woher das Geld kam, und sie sagt nicht, wie viel übrig ist. Die doppelte Buchführung schreibt auch die andere Seite auf.
Das Beispiel: der Einkauf für 32 Euro
Ebenfalls am 2. März kauft Anna im Supermarkt ein: 32 Euro, mit der Debitkarte. Der Betrag geht sofort vom Girokonto ab.
Bevor du weiterliest, probier es selbst: Betrifft dieser Einkauf nur die Bank?
Nein, er betrifft zwei Konten. In die Schublade Supermarkt kommen 32 Euro: Sie sagen, wohin das Geld gegangen ist. Vom Girokonto gehen 32 Euro ab: Sie sagen, woher es kam.
2. März · Einkauf im Supermarkt mit der Debitkarte
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Supermarkt (Aufwand) | 32,00 € | |
| Girokonto (Vermögenswert) | 32,00 € | |
| Summe | 32,00 € | 32,00 € |
Zwei Zeilen, aber nur ein Einkauf: 32 Euro, nicht 64. Es ist derselbe Vorgang, von seinen beiden Seiten aus gesehen.
"Wohin das Geld geht" und "woher es kommt" sind eine Faustregel für diese ersten Beispiele, nicht die Definition von Soll und Haben. Sobald eine Schuld im Spiel ist, zum Beispiel bei einem Abendessen mit der Kreditkarte, funktioniert die Faustregel nicht mehr. Die echte Regel hängt von der Art des Kontos ab, und sie ist das Thema von Lektion 2.
Die Umbuchung: Sofias Sparschwein
Am selben Tag nimmt Anna 20 Euro von den 200 Euro Bargeld, die sie zu Hause hat, und gibt sie Sofia für ihr Sparschwein. Auch hier sind es zwei Konten: Bargeld sinkt um 20 Euro, Sofias Sparschwein steigt um 20 Euro.
2. März · Sofias Sparschwein
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Sofias Sparschwein (Vermögenswert) | 20,00 € | |
| Bargeld (Vermögenswert) | 20,00 € | |
| Summe | 20,00 € | 20,00 € |
Diesmal wird nichts ausgegeben. Niemand wird reicher und niemand wird ärmer: Das Geld wechselt nur die Schublade. Das nennt man Umbuchung.
Im Haushaltsbuch wären diese 20 Euro ein Rätsel. Schreibst du sie auf, sehen sie wie eine Ausgabe aus. Schreibst du sie nicht auf, gibt es das Sparschwein nicht. Mit zwei Konten verschwindet das Problem:
| Konto | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Bargeld | 200,00 € | 180,00 € |
| Sofias Sparschwein | 0,00 € | 20,00 € |
| Zusammen | 200,00 € | 200,00 € |
Das ist der Unterschied zwischen Geld ausgeben und Geld verschieben.
Am Ende des Tages zeigt Annas Girokonto 4.888 Euro: 5.000 Euro minus 80 Euro für das Fitnessstudio, minus 32 Euro für den Einkauf. Die Umbuchung berührt es nicht, denn das Bargeld ist eine andere Schublade.
Die Regel und wie weit sie reicht
Jeder wirtschaftliche Vorgang betrifft mindestens zwei Konten, und die Summe im Soll ist gleich der Summe im Haben.
Mindestens, nicht genau zwei. Eine Buchung kann drei Zeilen haben, oder mehr. Die Hypothekenrate, die Anna am 10. März zahlt, hat zum Beispiel drei: die Zinsen, den Teil der Schuld, der zurückgezahlt wird, und das Girokonto, von dem das Geld abgeht. Die nehmen wir in Lektion 4 auseinander.
Die Kontrolle bleibt dagegen eine einzige, egal wie viele Zeilen es sind: Die Summe der Soll-Spalte ist gleich der Summe der Haben-Spalte.
Venedig, 1494
Diese Methode hat ein berühmtes Datum. 1494 veröffentlicht in Venedig der Franziskanermönch und Mathematiker Luca Pacioli die Summa de arithmetica, geometria, proportioni et proportionalita. Darin steht ein Traktat, De computis et scripturis, der erklärt, wie man die Bücher nach venezianischer Art führt, so wie es die Kaufleute der Stadt taten.
Erfunden hat Pacioli die doppelte Buchführung nicht: Die Kaufleute benutzten sie längst. Er hat sie als Erster vollständig in einem gedruckten Buch beschrieben. Das Prinzip hat sich seitdem nicht geändert, und es funktioniert auch für die Finanzen zu Hause.
Was die Kontrolle sieht
Beide Seiten aufzuschreiben hat einen ersten Vorteil. Die beiden Seiten müssen gleich sein: Wenn sie es sind, sagt man, die Buchung ist ausgeglichen. Sie geht auf.
Schreibt Anna auf die eine Seite 32 Euro und auf die andere 23, geht die Buchung nicht auf, und Anna merkt es sofort.
Ein absichtlich falsches Beispiel, nicht zum Buchen
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Supermarkt (Aufwand) | 32,00 € | |
| Girokonto (Vermögenswert) | 23,00 € | |
| Summe | 32,00 € | 23,00 € |
Die beiden Summen sind verschieden: Auf einer Seite fehlen 9 Euro. Die Buchung geht nicht auf.
Was die Kontrolle nicht sieht
Diese Kontrolle hat eine Grenze. Wenn Anna die Lastschrift des Fitnessstudios ganz vergisst, gibt es keine Buchung, die man prüfen könnte: Nichts ist unausgeglichen, es fehlt einfach. Ihre Konten gehen trotzdem auf, und das Girokonto zeigt 80 Euro mehr, als wirklich auf der Bank liegen.
Die Kontrolle prüft die Buchungen, die du machst, nicht die, die du nicht machst. Sie sieht auch keinen richtigen Betrag auf dem falschen Konto: Bucht Anna das Fitnessstudio auf das Konto Supermarkt, sind die beiden Summen trotzdem gleich.
Vergessenes findest du, wenn du deine Konten mit dem Kontoauszug vergleichst, also mit der Liste der Umsätze, die dir die Bank schickt. Dieser Vergleich heißt Kontenabstimmung, und er geht auch ohne doppelte Buchführung. Wir sehen ihn in Lektion 7.
Warum sie für die Finanzen zu Hause hilft
Du musst kein Buchhalter werden. Du musst jeden Vorgang von seinen beiden Seiten aufschreiben, und das geht mit Papier und Stift, mit einer Tabelle oder mit einer App. Dafür bekommst du drei Dinge:
- Du weißt, wofür. Jeder Euro, der abgeht, hat ein Konto, das den Grund nennt: Fitnessstudio, Supermarkt.
- Du unterscheidest Ausgeben und Verschieben. Sofias Sparschwein ist kein Aufwand, und deine Konten sagen das, ohne dass du daran denken musst.
- Du hast eine Kontrolle für jede Buchung. Ein Betrag, der auf einer Seite falsch eingetippt ist, fällt sofort auf, weil die beiden Summen nicht gleich sind.
Zusammen sagen dir die Salden deiner Konten, wo du heute stehst: was du besitzt und was du schuldest, an einem bestimmten Tag. Das ist deine Standortbestimmung, und die machen wir in Lektion 3.
Was allgemeines Prinzip ist und was eine Entscheidung von Cashfulness
Allgemeine Prinzipien der doppelten Buchführung
- Jeder Vorgang betrifft mindestens zwei Konten. Eine Buchung kann drei oder mehr Zeilen haben, wie die Hypothekenrate.
- In jeder Buchung ist die Summe im Soll gleich der Summe im Haben.
- Die Kontrolle Soll gleich Haben prüft, ob jede Buchung ausgeglichen ist, nicht, ob alle Vorgänge gebucht sind. Einen vergessenen Vorgang findest du, wenn du deine Konten mit dem Kontoauszug der Bank vergleichst, also mit der Kontenabstimmung.
Entscheidungen von Cashfulness
- Im einfachen Formular wählst du den Typ ("Ausgabe", "Einnahme" oder "Umbuchung"), tippst den Betrag ein und nennst die beiden Konten. Die App setzt jede Zeile selbst auf die richtige Seite: Bei einer Ausgabe kommt das "Quellkonto" ins Haben, das "Aufwandskonto" ins Soll.
- Die App speichert keine Buchung, die nicht aufgeht.
Entscheidungen dessen, der die Bücher führt
- Wie viele Aufwandskonten du anlegst und wie du sie nennst: hier Supermarkt und Fitnessstudio. Die doppelte Buchführung schreibt das nicht vor.
Die Beträge sind Beispiele und dienen dazu, den Mechanismus zu zeigen.
Häufige Fragen
Wenn ich eine Ausgabe auf zwei Zeilen schreibe, zähle ich sie dann doppelt?
Nein. Die beiden Zeilen beschreiben denselben Vorgang von zwei Seiten: Der Aufwand steigt um 32 Euro, das Girokonto sinkt um 32 Euro. Es bleibt ein einziger Einkauf für 32 Euro.
Wenn alle meine Buchungen aufgehen, stimmen dann meine Konten?
Nicht unbedingt. Die Kontrolle Soll gleich Haben findet Fehler innerhalb einer Buchung, zum Beispiel einen Betrag, der auf einer Seite falsch eingetippt ist. Einen Vorgang, den du nie gebucht hast, sieht sie nicht: Den findest du mit der Kontenabstimmung, wenn du deine Konten mit dem Kontoauszug vergleichst. Und sie sieht auch keinen Aufwand, der auf dem falschen Konto gelandet ist. Den findet auch die Kontenabstimmung nicht, weil die Bank nur die Geldbewegung kennt und nicht die Kategorie: Du findest ihn, wenn du deine Buchungen noch einmal liest, zum Beispiel wenn ein Aufwandskonto einen Saldo zeigt, der dir nicht plausibel vorkommt.
Ist es eine Ausgabe, wenn ich Geld vom Bargeld ins Sparschwein lege?
Nein. Es ist eine Umbuchung: Ein Konto sinkt, das andere steigt um denselben Betrag, und die Summe bleibt gleich. Niemand wird reicher und niemand wird ärmer.
Transkript der Lektion
Der Text von Lektion 1, so wie er im Video gesprochen wird. Die Zahlen sind dieselben wie im Video.
Der 1. März. Auf Annas Girokonto liegen 5.000 Euro. Am nächsten Tag gehen 80 Euro ab, und der Saldo sinkt auf 4.920 Euro. Der Saldo sagt dir, dass 80 Euro fehlen. Er sagt dir nicht, wofür. Und auch nicht, ob das geplant war.
Hallo, ich bin Vittorio. Ich habe Cashfulness gebaut, eine App für die Finanzen zu Hause, mit doppelter Buchführung. Aber hier geht es um die Methode, und die funktioniert auch mit Papier und Stift. Die doppelte Buchführung gibt es, um genau diese Frage zu beantworten. Jeder Vorgang wird auf mindestens zwei Konten gebucht. Das erste ist das Girokonto: Es sinkt um 80 Euro. Das zweite nennt den Grund: ein Konto mit dem Namen Fitnessstudio.
Konto heißt hier nicht Bankkonto. Ein Konto ist eine Schublade mit einem Namen. Sie hält genau eine Sache fest. In der Schublade Girokonto liegt das Geld auf der Bank. In der Schublade Fitnessstudio sammelt sich, was das Fitnessstudio kostet. Und was eine Schublade in einem bestimmten Moment enthält, heißt Saldo.
Anna führt die Bücher für die ganze Familie: für sich, für Luca und für ihre Tochter Sofia. Wir begleiten sie durch den ganzen Kurs, immer mit denselben Zahlen. Die 80 Euro sind für Lucas Fitnessstudio. Das ist eine Lastschrift: Das Studio zieht das Geld jeden Monat selbst ein. Deshalb vergisst man sie so leicht.
Ein Gedankenspiel. Nehmen wir an, Anna führt ein Haushaltsbuch, wie es viele tun. Sie schreibt eine Zeile: Fitnessstudio, 80 Euro. Das ist ein guter Anfang, und er hat einen Namen: einfache Buchführung, eine Zeile pro Vorgang. Aber diese Zeile erzählt nur die halbe Geschichte. Sie sagt nicht, woher das Geld kam. Und sie sagt nicht, wie viel übrig ist.
Jetzt bist du dran. Am 2. März kauft Anna im Supermarkt ein: 32 Euro, mit der Debitkarte. Der Betrag geht sofort vom Girokonto ab. Betrifft dieser Einkauf nur die Bank? Denk kurz nach und versuch zu antworten.
Nein: Er betrifft zwei Konten. In die Schublade Supermarkt kommen 32 Euro: Sie sagen, wohin das Geld gegangen ist. Vom Girokonto gehen 32 Euro ab: Sie sagen, woher es kam. Diese beiden Zeilen zusammen heißen Buchung. Es sind zwei Zeilen, aber nur ein Einkauf: 32 Euro, nicht 64. Es ist derselbe Vorgang, von seinen beiden Seiten aus gesehen.
Am selben Tag nimmt Anna 20 Euro von den 200 Euro Bargeld, die sie zu Hause hat. Sie gibt sie Sofia für ihr Sparschwein. Auch hier sind es zwei Konten: Bargeld sinkt um 20, Sofias Sparschwein steigt um 20. Aber diesmal wird nichts ausgegeben. Niemand wird reicher und niemand wird ärmer: Das Geld wechselt nur die Schublade. Das nennt man Umbuchung.
Im Haushaltsbuch wären diese 20 Euro ein Rätsel. Schreibst du sie auf, sehen sie wie eine Ausgabe aus. Schreibst du sie nicht auf, gibt es das Sparschwein nicht. Mit zwei Konten verschwindet das Problem. Vorher: 200 Euro Bargeld und nichts im Sparschwein. Nachher: 180 und 20. Zusammen sind es immer noch 200. Das ist der Unterschied zwischen Geld ausgeben und Geld verschieben.
Hier ist die Regel. Jeder wirtschaftliche Vorgang betrifft mindestens zwei Konten. Und die Summe der einen Seite ist gleich der Summe der anderen. Ich habe mindestens gesagt: Eine Buchung kann auch drei Zeilen haben, oder mehr. Die Hypothekenrate, die Anna am 10. März zahlt, hat drei. Die nehmen wir in Lektion 4 auseinander.
Diese Methode hat ein berühmtes Datum: 1494, Venedig. Dort erklärt der Franziskanermönch und Mathematiker Luca Pacioli sie in einem gedruckten Buch. Erfunden hat er sie nicht. Er beschreibt sie so, wie die Kaufleute sie längst benutzten. Das Prinzip hat sich seitdem nicht geändert, und es funktioniert auch für die Finanzen zu Hause.
Beide Seiten aufzuschreiben hat einen ersten Vorteil. Die beiden Seiten müssen gleich sein. Wenn sie es sind, sagt man: Die Buchung ist ausgeglichen. Sie geht auf. Schreibt Anna auf die eine Seite 32 Euro und auf die andere 23, geht die Buchung nicht auf. Und Anna merkt es sofort. In Cashfulness lässt sich eine Buchung, die nicht aufgeht, nicht speichern.
Aber diese Kontrolle hat eine Grenze. Wenn Anna das Fitnessstudio ganz vergisst, gibt es keine Buchung, die man prüfen könnte. Nichts ist unausgeglichen: Es fehlt einfach. Die Kontrolle prüft die Buchungen, die du machst, nicht die, die du nicht machst. Vergessenes findest du, wenn du deine Konten mit dem Kontoauszug vergleichst. Das ist die Liste der Umsätze, die dir die Bank schickt. Dieser Vergleich heißt Kontenabstimmung: Lektion 7.
Schauen wir es uns in der App an, in Annas Bereich, in dem der März schon gebucht ist. Das ist der Einkauf vom 2. März. Ich öffne ihn, und da sind seine zwei Zeilen. Supermarkt, 32 Euro, links. Girokonto, 32 Euro, rechts. Darunter die beiden Summen, und sie sind gleich. Kein Euro doppelt gezählt.
Und das ist der Handgriff, der diese Buchung erzeugt hat. Ich wähle die Option Ausgabe, tippe den Betrag ein und nenne zwei Konten: woher das Geld kommt, und wofür es ist. Auf welche Seite jede Zeile kommt, entscheidet die App. Ich schließe, ohne zu speichern: Diesen Einkauf gibt es schon.
Der Saldo sagt dir, wie viel du hast. Die doppelte Buchführung sagt dir auch, warum. Genau dafür habe ich Cashfulness gebaut. Du beschreibst, was passiert ist. Die App hält die Buchung ausgeglichen und aktualisiert deine Standortbestimmung. So nennt man auf See die genaue Position des Bootes auf der Seekarte, mit der Uhrzeit daneben. Also: wo du heute stehst. In der nächsten Lektion geben wir den beiden Seiten der Buchung ihre Namen: Soll und Haben.
Die nächste Lektion
Lektion 2 · Soll und Haben: 4 Beispiele, mit denen du sie endlich verstehst. Annas Gehalt kommt aufs Girokonto, und trotzdem kommt eine Zeile der Buchung ins Haben. Das ist kein Fehler, und Lektion 2 erklärt, warum.
Probier es mit deinen eigenen Konten
Ich habe Cashfulness gebaut, um die Finanzen zu Hause in doppelter Buchführung zu führen. Wenn du die Methode mit deinen eigenen Zahlen ausprobieren willst, fang mit einem einzigen Einkauf an: Du wählst die zwei Konten, die App hält die Buchung ausgeglichen und aktualisiert deine Standortbestimmung.
Quellen
- Luca Pacioli, Summa de arithmetica, geometria, proportioni et proportionalita, Venedig 1494, Traktat De computis et scripturis.
- Die Beispiele stammen aus der Geschichte von Annas Familie, die für den Kurs "Doppelte Buchführung Schritt für Schritt" entwickelt wurde: Jede Buchung ist geprüft, mit Summe Soll gleich Summe Haben.
Vittorio Giusti ist Ökonom und Psychologe und hat Cashfulness gebaut.