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Lektion 2

Die Bestandsaufnahme: Konten und Eröffnungssalden in Cashfulness

23. Oktober 20266 Min.

Kurz gesagt

Die Bestandsaufnahme ist eine Momentaufnahme dessen, was du besitzt und was du schuldest, an einem bestimmten Datum: meistens heute. Du musst die Vergangenheit nicht rekonstruieren; du brauchst nur die Salden von heute. Du gehst Kategorie für Kategorie vor, trägst ein, was jede Sache wert ist, und am Ende zeigt dir die App deine erste Bilanz, mit dem Nettovermögen, mit dem du startest. Die Aufnahme machst du nur einmal: Konten, die später dazukommen, fügst du einzeln hinzu.

Diese Seite gehört zu Lektion 2 des kostenlosen Videokurses "Cashfulness Schritt für Schritt". Die Schritte folgen der Reihenfolge im Video, und die Namen der Schaltflächen sind die, die du in der App siehst.

Die Lektion ansehen

Bevor du anfängst

Du machst auf dem Bildschirm "Machen wir eine Momentaufnahme deines Nettovermögens" weiter, wo du in Lektion 1, Cashfulness installieren und den ersten Bereich anlegen, pausiert hast. Oben steht das "Datum der Aufnahme", mit der Schaltfläche "Ändern", falls du einen anderen Tag brauchst.

Ein Tipp: Gib deinen Konten allgemeine Namen, wie Bankkonto, Karte, Hypothek. Den Namen deiner Bank brauchst du nicht, und deinen auch nicht. Die App ist so gebaut, dass sie nicht weiß, wer du bist, und allgemeine Namen sorgen dafür, dass es so bleibt. Dann tippst du auf "Bestandsaufnahme starten".

Kategorie für Kategorie

Jede Kategorie funktioniert gleich: Du tippst einen Vorschlag an (dann steht der Name schon da), trägst den Betrag in "Aktueller Saldo" ein und tippst auf "Hinzufügen". Dann "Weiter". Wenn dich eine Kategorie nicht betrifft, tippst du auf "Überspringen", und nichts passiert. Centgenaue Zahlen brauchst du nicht: Die Salden kannst du später korrigieren.

  1. "Liquidität": Girokonto, Bargeld, Prepaid-Karten. Der Saldo von heute.
  2. "Geldanlagen": Fonds, ETFs, Aktien, Anleihen, Altersvorsorge. Es zählt der letzte Wert auf dem Auszug, nicht das, was du eingezahlt hast.
  3. "Immobilien": was dein Haus heute auf dem Markt wert ist. Ein vorsichtig geschätzter Wert reicht, niemand verlangt ein Gutachten. Dazu kommt eine Frage, die "Verwendung": Das Haus, in dem du wohnst, ist "Persönliche Nutzung"; eine Wohnung, die du vermietest, ist eine "Kapitalanlage", weil sie dir ein Einkommen bringt.
  4. "Bewegliche Güter": das Auto, das Motorrad, ein Wertgegenstand. Was du heute beim Verkauf bekommen würdest, nicht was du bezahlt hast.
  5. "Forderungen": Geld, das dir jemand schuldet.
  6. "Kurzfristige Verbindlichkeiten": Schulden, die innerhalb von zwölf Monaten beglichen werden, wie die Kreditkarte. Als Saldo trägst du ein, was du der Bank heute für die schon getätigten Einkäufe mit der Karte schuldest. Hast du die Kartenabrechnung gerade beglichen, ist er null, und du fügst die Karte trotzdem hinzu. Sonst schau in der App deiner Bank nach, wie viel an offenen Umsätzen zusammenkommt, und trag diese Summe ein.
  7. "Langfristige Verbindlichkeiten": die Hypothek, ein Kredit. Trag die Schuld ein, die heute noch offen ist, nicht den ursprünglichen Betrag.
  8. "Erträge" und "Aufwendungen": Hier gibt es keinen Betrag einzugeben. Das sind die Schubladen, in denen Gehalt, Lebensmitteleinkauf und Nebenkosten landen. Du schaltest die ein, die dich betreffen: Sie füllen sich, wenn du Buchungen erfasst, und du kannst jederzeit weitere hinzufügen.

Vor der Vorschau schlägt dir die App vor, einige Konten mit besonderen Eigenschaften zu markieren, zum Beispiel eine Geldanlage, die du neu bewertest, oder ein Auto, das an Wert verliert. Das ist freiwillig: Du kannst auf "Überspringen" tippen und es später einrichten.

Deine erste Bilanz

Es öffnet sich "Hier ist deine erste Bilanz". Oben steht das "Nettovermögen": alles, was du besitzt, minus alles, was du schuldest. Darunter sind deine Vermögenswerte zweigeteilt.

  • "Vermögenswerte+": was etwas einbringt, entweder weil es Geld fließen lässt (eine Miete, ein Kupon) oder weil es mit der Zeit an Wert gewinnt (ein Fonds, ein ETF).
  • "Vermögenswerte−": was du besitzt und nutzt, wie das Haus, in dem du wohnst, und das Auto.

Der "Index der finanziellen Unabhängigkeit" macht aus dieser Unterscheidung eine Zahl: Vermögenswerte+ geteilt durch die gesamten Vermögenswerte. Er sagt dir, wie viel von dem, was du hast, für dich arbeitet. Die Unterscheidung zwischen Dingen, die etwas einbringen, und Dingen, die etwas kosten, stammt von Robert Kiyosaki, dem Autor von "Rich Dad Poor Dad".

Hier die Bestandsaufnahme aus dem Video, Annas Familie:

KontoKategorieSaldo
GirokontoVermögenswerte−5.000,00 €
BargeldVermögenswerte−200,00 €
ETFVermögenswerte+10.000,00 €
EigenheimVermögenswerte−200.000,00 €
AutoVermögenswerte−18.000,00 €
KreditkarteVerbindlichkeiten0,00 €
HypothekVerbindlichkeiten130.000,00 €
AutokreditVerbindlichkeiten6.000,00 €
Nettovermögen97.200,00 €

Vermögenswerte von 233.200 €, Verbindlichkeiten von 136.000 €: Das Nettovermögen beträgt 97.200 €. Der Index der finanziellen Unabhängigkeit ist 10.000 von 233.200, also 4 %.

Tippe auf "Bestätigen und Bereich erstellen". Im Hintergrund erfasst die App eine Eröffnungsbuchung in doppelter Buchführung, damit die Bücher vom ersten Tag an stimmen. Am Ende findest du den "Eröffnungsbeleg", mit den angelegten Konten und deinem Nettovermögen zum Start, und die Schaltfläche "Zum Dashboard".

Ein Konto mehr, später

Wenn du nächsten Monat ein neues Konto eröffnest oder merkst, dass du eins vergessen hast, tippst du auf "Neu erstellen" und dann auf "Neues Konto". Beim Schritt "Eröffnungssaldo" trägst du den Betrag in "Aktueller Kontosaldo" ein und beantwortest die Frage: "Stammt dieses Geld von einem Konto, das du bereits in Cashfulness hast?"

  • Ja, wenn du es von einem deiner Konten übertragen hast: Das ist eine Umbuchung, und dein Nettovermögen ändert sich nicht.
  • Nein, wenn es eine Position ist, die du schon hattest: Die App fragt "Seit wann besitzt du es?". Das Datum sorgt dafür, dass Vermögen, das du schon hattest, nicht so aussieht, als wäre es in diesem Jahr gewachsen.

Häufige Fehler

  • Die Hypothek mit dem ursprünglichen Betrag. Trag das Kapital ein, das heute noch offen ist, die Restschuld. Du findest sie im Tilgungsplan oder auf dem letzten Auszug deiner Hypothek.
  • Zinsen als Schulden zählen. Zinsen sind Aufwand, und du erfasst sie, wenn du sie bezahlst.
  • Einen Fonds mit dem eingezahlten Betrag eintragen. Es zählt, was er heute wert ist.
  • Die Kreditkarte weglassen, weil sie auf null steht. Füg sie trotzdem hinzu: Du brauchst sie, sobald du mit der Karte zahlst.
  • Ein vergessenes Konto so hinzufügen, als käme es heute dazu. Wenn du es schon hattest, antworte mit Nein und trag das tatsächliche Datum in "Im Besitz seit" ein.

Häufige Fragen

Trage ich bei der Hypothek den Betrag ein, den ich geliehen habe?

Nein. Du trägst die Schuld ein, die heute noch offen ist, nur das Kapital: Du findest sie im Tilgungsplan oder auf dem letzten Auszug deiner Hypothek. Künftige Zinsen sind keine Schuld, die du heute hast.

Ich habe in der Bestandsaufnahme einen falschen Saldo eingegeben: Muss ich sie wiederholen?

Nein. Die Bestandsaufnahme erzeugt eine Eröffnungsbuchung, die wie jede andere im Journal steht: Such nach "Eröffnungssaldo", öffne sie und korrigiere den Betrag.

Nächsten Monat eröffne ich ein neues Konto: Wie füge ich es hinzu?

Über "Neu erstellen", "Neues Konto". Ist schon Geld auf dem Konto, fragt die App, ob es von einem deiner Konten kommt oder eine Position ist, die du schon hattest, und in diesem Fall, seit wann du sie hast.

Die nächste Lektion

Lektion 3 · Eine Buchung erfassen. Eine Ausgabe, eine Einnahme und eine Umbuchung, und was die doppelte Buchführung macht, während du nur angibst, wie viel und wohin.

Im Handbuch

Das Kapitel Der Kontenplan im Benutzerhandbuch erklärt, wie du einem nach der Einrichtung angelegten Konto einen Saldo gibst und wie du eine bereits gemachte Bestandsaufnahme korrigierst.

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Vittorio Giusti ist Ökonom und Psychologe und hat Cashfulness gebaut.

— Vittorio Giusti